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    Goldmund am Ende?

    by Jane is K.O.

    *Wir sind schockiert von der gestrigen Nachricht vom Ende des Berliner Goldmund.
    Dem Untergrund, der heute Mainstream ist, ohne als solcher erkannt bzw. professionell gewürdigt zu werden, fehlen Geld und professionalle Infrastruktur.
    Wir bitten um Euren Kommentar sowie Hilfevorschläge.*

    Hier der Text der dieser Goldmundrundmail:


    Offizielle Erklärung zur Selbstauflösung des Goldmund

    Goldmund ist als urbanes Veranstaltungskonzept gescheitert.

    Mit sofortiger Wirkung werden daher alle Aktionen eingestellt. Einfluss auf diese Entscheidung haben zu viele Faktoren, als dass sie einzeln zu benennen wären. Maßgeblich ist mit Sicherheit aber eine nicht mehr zu leugnende Ausweglosigkeit aus den sich verändert habenden wirtschaftlichen Bedingungen, die zur Folge hat, dass die zu Markte getragene Haut sich nicht mehr durch die von uns geleistete Arbeit zu regenerieren vermag.

    Trotz der mannigfaltigen Unterstützung durch befreundete Netzwerke und Einzelpersonen, dem traditionell sehr guten Verhältnis zu unserem Publikum, und einem durch die von uns betreuten Künstler in die Welt getragenen guten Namen, hat die an beiden Seiten brennende Kerze ihre Mitte erreicht.
    Dies ist nicht das Ende unseres Projekts, mit Leidenschaft, Integrität und Risikobereitschaft Möglichkeiten für die marginale Musik unserer Zeit zu schaffen, aber eine zeitweilige Kapitulation vor den ökonomischen und medialen Verhältnissen der Gegenwart stellt sie unweigerlich dar.

    In einem Klima, in dem der überwiegende Teil der von uns präsentierten Musik in der Berichterstattung nicht vorkommt, die neuen Medien ihre Wirkung eher in Form von Desorientierung entfalten, und die Entlohnung für die aufgewendete Arbeit oft unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn liegt, hat die bisherige Vorgehensweise das Projekt zu einer Extravaganz werden lassen, die dem an uns selbst gestellten Anspruch nicht mehr gerecht wird. Ausdrücklich gedankt sei allen, die uns durch die Jahre begleitet haben.

    Unserer Wertschätzung könnt ihr Euch gewiss sein.

    and it?s not the end, come on
    we?re still strong
    we?ve got a song
    we?re not alone
    i?m going to get ready
    to sing our last goodbye
    this is our last fight
    now i?m ready to do or die
    this is our last sigh

    ps:

    Um diese Mail nicht auf einer gar so bitteren Note enden zu lassen, sei darauf hingewiesen, dass Goldmund wenigstens in Form des Festivals, das auch diesen Sommer wieder stattfinden soll, weiter existieren wird. Alle relevanten Informationen dazu werden in Kürze unter dieser Adresse zu finden sein:

    http://www.goldmundfestival.kliklak.net/


    Bitte kommentiert, gebt diesen wegweisenden Veranstaltern einen guten Gruss mit auf den Weg!


    1. jayrope    18/04/07    #

      nee also ums heulen ging es nicht, aber recht hast du trotzdem, vielleicht kann man noch anmerlen, dass aeltere leute weniger weggehen. so wie ich. und es ist wohl auch ein zeichen allgemeiner misere, wenn diese schon herangewachsenen in einer stadt wie berlin nicht oft das geldhaben, um den eintritt fuer ein konzert zu bezahlen (dabei sind die wirklich billig) – anders gesagt: die misere liegt nicht im publikum sondern in der wichtigkeit von musik in unserer halbkultur selbst. musik ist, als kulturgut, also als aktuelle sozialkommentierende kunstform, nicht als verbrauchsmaterial, zu unwichtig, scheint es, in deutschland.
      das stimmt aber dann auch nur halb, denn wir beide liebe zenia, kennen ja genug leute, denen es NICHT so geht. also wie weiter?

    2. niki matita    18/04/07    #

      das ist wieder mal typisch: wenn das kind in den brunnen gefallen ist, kommen alle zum heulen.

      dabei liegt das problem an ganz anderen stellen. zum beispiel an der mangelnden bereitschaft an der konzertkasse OHNE diskussionen genausoviel wie an der kinokasse oder in der sauna oder für einen cocktail zu bezahlen. oder im zuhause-hocken-bleiben. es soll niemand zum ausgehen gezwungen werden, aber wenn man das feld der abendunterhaltung ab einem gewissen alter nur noch dem jungvolk überläßt, muss man sich nicht wundern, wenn das angebot welches dem eigenen gusto entspricht eingestellt wird. die nachfrage, die das aktuelle angebot der berliner kulturlandschaft bestimmt zeichnet sich sicher nicht durch besonders hohen anspruch aus. es liegt aber auch in der macht des und der einzelnen, spannende und interessante angebote wahrzunehmen und durch präsenz – und eintrittsgelder – zu unterstützen.

    3. — die bizi    16/04/07    #

      neeeeeeeeeiiiiiinnnn! das darf nicht sein! ich bemueh mich ausserdem wirklich sehr, bald im lotto zu gewinnen und massiv in goldmund zu investieren.
      alles, was ihr gemacht habt, war gold. dass das nicht in aller munde war, hat mich zwar immer gewundert, aber dass die lage so dramatisch ist… was immer getan werden kann, bin dabei!

    4. Spring    16/04/07    #

      uuuuuuuuups. wo bleibt die konkurrenz? allein macht’s ja noch weniger spaß. schade


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